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UID:werkstattgespraech-6-der-stammtisch-als-organisationsform@neu.twadorno.
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SUMMARY:Werkstattgespräch 6: Der Stammtisch als Organisationsform
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DESCRIPTION:Das Parteiengesetz schreibt jedem Gebietsverband Organe vor: ei
 ne Mitgliederversammlung und einen von ihr gewählten Vorstand. Daran führt
  kein Weg vorbei\, für keine Partei. Der Unterschied zwischen Parteien lie
 gt deshalb nicht darin\, ob es diese Gremien gibt\, sondern welche Funktio
 n sie im Zusammenleben haben\, ob dort entschieden wird oder ob dort besch
 lossen wird\, was anderswo entschieden wurde. Bei Die PARTEI ist dieses Ve
 rhältnis auf den den Stammtisch ausgerichtet\, der zum eigentlichen Herz d
 er Zusammenarbeit wird.\n\nDer Stammtisch hat dabei Eigenschaften\, die ih
 n kennzeichnen und welche die Art der Zusammenkunft Rahmen: er ist ortsgeb
 unden\, wiederkehrend\, offen für jeden\, der kommt\, und er kennt keinen 
 Vorrang durch Amt. Wer da ist\, redet mit. Darin liegt sein Wesen: Der Sta
 mmtisch ist egalitärer als ein Vorstand\, der qua Wahl entscheidet\, und s
 ie hält den Zugang zur Partei so niedrig wie die Schwelle zur Kneipentür.\
 n\nDas ist eine bewusste Entscheidung mit Folgen. Sie macht die Organisati
 on ohne Beschlusslage handlungsfähig und bindet Menschen über Personen sta
 tt über Verfahren. Sie hat aber auch Kosten und sie steht unter dem Vorbeh
 alt\, den Jo Freeman gegen die Strukturlosigkeit formuliert hat: Wo Zustän
 digkeit nicht benannt ist\, verschwindet sie nicht\, sie wird nur unsichtb
 ar. Ein formal offener Zugang ist faktisch selektiv\, wenn Uhrzeit\, Ort u
 nd Redegewohnheiten darüber entscheiden\, wer bleibt.\nRay Oldenburgs Begr
 iff des dritten Ortes erklärt\, warum solche Räume überhaupt etwas leisten
 \, das Sitzungen nicht leisten. Die Frage dieses Werkstattgesprächs ist\, 
 wie weit das trägt.
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